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…um einfach sich selbst vergessen zu können. Das Leben auf der Erde kann schon trist sein – so wie meines in jenen Tagen. Allerdings bin ich noch nicht dazu übergegangen UFO’s bzw. OVNI’s, wie es auf Spanisch heißt, zu sehen und leider hat mich auch noch kein Bewohner von einem anderen Planten oder aus einer fernen Galaxis besucht, um sich mit mir ein bisschen die Zeit zu vertreiben.

Aber das ist vielleicht auch gut so, denn so konnte ich mich wenigstens ein bisschen über die Geschichten amüsieren, die sich andere so ausdenken. Es ist schon unglaublich komisch, dass es tatsächlich Menschen gibt, die an eine außerirdische Existenz glauben – die auch noch Interesse an UNS haben soll, wo wir doch dann logischer Weise auch außerplanetär für SIE wären.
Tatsächlich lerne ich aber auch immer wieder Menschen – zur Zeit – kennen, die an Gnome, Zwerge und Baumgeister glauben. So ist der Mensch nun mal. Er erfindet Geschichten, wenn er etwas nicht erklären kann, um es plausibel zu machen, auch wenn diese manchmal über den gesunden Verstand hinaus gehen.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich gerade über dieses Thema schreibe. Beim Lesen der heutigen Nachrichtenlektüre stieß ich auf einen nicht ganz so amüsanten, aber mit einer gesunden Portion Distanz – zum Thema – geschriebenen Artikel der WELT ONLINE: Die geheimen UFO-Akten aus England.

Der Artikel wäre wahrscheinlich nicht halb so humorvoll gewesen ohne Kommentare und daher müsst ihr euch unbedingt durch die vier Kommentarseiten klicken. Neben witzigen satirischen Einlagen finden sich natürlich auch ernsthafte Gläubiger und Spinner.

Meine Top 3:

Auf Platz 3 und eine gesunde Portion Humor:
DANA meint:
15.05.2008, 17:53 Uhr
Die Außerirdischen streuen lächerliche U.F.O-Gerüchte um ihre Existenz zu verbergen.

Auf der Zwei mit einem bemerkenswert freien Zynismus:
DIETER HILDEBRANDT meint:
15.05.2008, 21:48 Uhr
Der sicherste Beweis das es intelligentes Leben im All [gibt; Anm. d. Red.]
ist das noch keiner Versucht hat mit uns in Kontakt zu treten!

Und die Nummer 1 belegt mit dem schönsten sarkistischsten Erfinderreichtum:
EGON meint:
16.05.2008, 00:58 Uhr
Ja selbst ich als seriöser promovierter Wissenschafler hatte schon ein erschreckendes UFO-Nah-Erlebnis. Eine beängstigende Nahbegegnung mit einem riesigen schwarzen lautlosen Dreieck mit farbigen Lichtern ..in den neunziger Jahren auf den Azoren. Ich war heilfroh, daß es mich nicht beachtet hat und ohne Geräusch zum nahen Vulkankrater hinaufflog, um dort zu verschwinden..wahrlich Haar-sträubend!
Wer UFOs lediglich für „esoterischen Quatsch“ hält, hat wohl keine Ahnung von dieser Präsenz und sollte sich die unseriösen spöttischen Kommentare hier wirklich verkneifen.

Auch ich möchte euch nicht vorenthalten, was ich heute in den Nachrichten gelesen habe. Ein amüsanter Beitrag über die Realität des deutschen Fernsehens:

http://tito.blogsport.de/2008/04/10/kommando-platziert-gefaelschtes-interview-in-polylux

(Anmerkung: Besonders gelungen finde ich, dass sie tatsächlich das Video dreimal gepostet haben, um gegen diese miesen Spielverderber der ARD vorzugehen. Meiner Meinung nach muss man zu seinen Fehlern stehen und das nicht nur als kleiner Mann, sondern auch als mediales Unternehmen.)

Der folgende Link zeigt, wie die Boulevardpresse des Springer-Verlags in ihrer „Niveau-Net-Zeitung“ Welt-Online darüber berichtet – (Lesenswert die ersten kritischen Kommentare):

http://www.welt.de/fernsehen/article1892145/ARD_sendet_geflschtes_Interview_.html

Meinen Respekt liebes Kommando „Tito von Hardenberg“ und meinen Lesern viel Spaß – große Satire… :D

Elite?

Es stellt sich ja häufig in dieser Zeit die Frage, was wirklich unter diesem Begriff verstanden werden kann. In dem Artikel wird ein interessantes Buch einer Jungautorin vorgestellt.
Julia Friedrichs – Gestatten: Elite Auf den Spuren der Mächtigen von morgen
Das Interview ist ganz interessant, noch amüsanter bzw. umso impressionanter, wie ich fand, sind die Auszüge aus dem Buch. Unter eins werde ich daher das Interview und unter zwei die Auszüge verlinken.

I.http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,539862,00.html
II.http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,540944,00.html

Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken… ;)

Lesenswert

Für die kleine Unterhaltung zwischendurch:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,538352,00.html

und heute wird wieder scharf geschossen…
Nein meine Lieben, ihr braucht euch keine Schutzweste zu kaufen, nur vielleicht einen guten Stuhl, damit ihr nicht umkippt und euch auch nicht vom langen Sitzen der Allerwerteste weh tut.
Denn es ist soweit: Durch Zufall habe ich gerade bei Facebook entdeckt wie ich meine Fotos euch „Mit-Nichtstudenten“ – wahrscheinlich werde ich aus dieser Gruppe aber bald austreten ;) – zugänglich machen kann…
Ich werde euch die Links hier einmal posten und dann auch unter Links im Register auf der rechten Seite eintragen:

  • Album I:
  • http://www.facebook.com/album.php?aid=16474&l=80025&id=606883565

  • Album II:
  • http://www.facebook.com/album.php?aid=16477&l=81dc9&id=606883565

  • Album III:
  • http://www.facebook.com/album.php?aid=16484&l=7adb3&id=606883565

  • Album IV:
  • http://www.facebook.com/album.php?aid=16492&l=2a4d7&id=606883565

  • Album V:
  • http://www.facebook.com/album.php?aid=16495&l=07c2a&id=606883565

    Ich hoffe ihr hattet alle schöne Osterfeiertage und seid wohlauf. Allerdings würde ich mich über ein paar mehr Kommentare freuen, auch wenn ich weiß, dass meine Einträge verdammt lang und vielleicht auch langweilig geworden sind ^^…
    Seht euch einfach die herrlichen Bilder an und freut euch.
    Bis dann, euer Sebá

    Nach knapp einer Woche des Wartens versorge ich euch jetzt mit dem letzten Teil meiner Südamerikareise. Und wer nach dem letzten Artikel dachte, das war es jetzt, der wird noch überrascht sein – es kam noch viel “besser”…

    Ich kehrte also zunächst nach Arequipa zurück, überlegte dann, ob ich mir gleich ein Ticket nach Nazca kaufen sollte, entschied dann aber doch erst einmal ein paar Sachen abzuklären. So ging ich erst einmal meine Wäsche waschen und machte ein paar Besorgungen. Ich bummelte noch ein bisschen und setzte mich für den Rest des Nachmittags in ein Internetcafé. Während ich dort saß und durchs Netz streifet, vergaß ich die Zeit ein bisschen und als es dann schon kurz nach acht war, musste ich mich sputen. Denn plötzlich war mir mein Wäsche wieder eingefallen und ich sprintete los. Ich kam zum Glück noch rechtzeitig an. Ich lief schnell ins Hostel hinüber packte die Sachen ein und machte mich dann danach auf zum Busterminal – ein Ticket kaufen…
    Nicht das erste Mal macht ich dann die Erfahrungen mit den merkwürdigen peruanischen Preisschwankungen…
    Schon in Cuzco hatte ich mich über die Differenzierungen gewundert, sie aber letzten Endes als Entwicklung zum nationalen Tourismus gesehen. Doch ich fragte mich an diesem Spätnachmittag nun wirklich, warum ich von Nazca nach Arequipa 50 Soles bezahlt hatte und nun von Arequipa nach Nazca 70 bzw. war dieser Preis von Nachmittag zum Abend auf 75 Soles geklettert. Auf meine Frage, warum es so einen enormen Preisunterschied gab, bekam ich nur die Antwort, weil die Menschen hier eine höhere Qualität haben. Wie schön, dass wir alle gleich sind…

    Ich kaufte also das Ticket und setzte mich auf eine Bank. Die Wartezeit – denn einmal mehr hatte der Bus natürlich Verspätung – überbrückte ich mit einem Gespräch. Bis endlich mein Bus eintraf und ich einsteigen konnte, waren fast 2 h vergangen und ich wünschte dem netten Herren noch alles Gute. Im Bus wurde dann der neue Rambo gezeigt, natürlich eine Kopie und natürlich auf Spanisch, daher sank ich nur in meinen bequemen Sitz zurück – ja die Leute hatten wirklich guten Qualitätsanspruch – und schlief fast sofort ein.
    Diese Fahrt war für mich die angenehmste Busfahrt die ich je hatte, was vielleicht auch an meinem vorangegangen Schlafdefizit gelegen hatte. Erst kurz vor der Ankunft wachte ich auf…

    Nazca ist ja wie erwähnt so ne typische Touristenkleinstadt – ohne die wäre die Stadt tot – und daher gibt es unzählige Straßenhändler und Leute, die dir ihre Hotels andrehen wollen. Da ich aber schon wusste, wo ich unterkommen will, nervte es nur von diesen lästigen Leuten, die einfach nicht nachgeben verfolgt zu werden. So lief ich erst in die ein und dann in die andere Richtung, zum Hauptplatz, um in Ruhe den Morgen zu genießen…

    Die vier Tage, die ich in Nazca verbrachte, waren dann auch nur von schönem Wetter geprägt und ich relaxte einfach nur noch. Natürlich trugen dazu auch die netten Menschen bei, die ich im Hostel kennen gelernt hatte. Ich führte unterhaltsame Gespräche und genoss die letzten Tage meiner Reise mit Menschen, die freundlich und einfach nett waren.
    Und so war es schon sehr schwer, am letzten Tag seine Koffer zu packen und die Heimreise, bzw. den Weg nach La Paz anzutreten…

    Ich hatte mir ein Ticket für den Bus nach Desaguadero gekauft – auch dieser Bus hatte übrigens Verspätung …
    Die Fahrt war interessant und sehr lustig, da ich nehmen einer Peruanerin saß, die nach Buenos Aires wollte und um uns herum irgendwelche Macho-Typen, die ständig obszöne Gesten, Bemerkungen machten oder einfach über alles und jeden Witze rissen…

    So brachte ich die siebzehn Stunden an die Grenze zu Bolivien auch noch passabel hinter mich und war dann am frühen Nachmittag dort. Ich schnappte mir mein Gepäck und ließ mich von einem kleinen Jungen auf seinem Lastenfahrrad zur Migration fahren…
    Die schickten mich dann erst einmal zur Dokumentenkontrolle zur Justizpolizei auf der anderen Straßenseite, von da aus ging ich dann wieder zurück und holte mir den Ausreisestempel. Und dann passierte etwas, was natürlich nicht hätte passieren müssen, aber was natürlich typisch für mein Glück in den letzten Wochen war…

    Ich wollte gerade mich auf den Weg auf die bolivianische Seite zur Migration aufmachen als mich ein Polizist anhielt und sagte, dass er mich gerne kontrollieren würde. Ich natürlich gleich mal wieder total aufgeregt, was will der von mir und etc. pp. …
    Er erklärte mir irgendwas von wegen Drogen und so und durchsuchte dann meine Sachen. Ich dachte mir gut, ich hab ja nichts dabei und daher geht das schnell vorbei. Na ja leider muss ich mein Hirn wieder total abgeschaltet haben bzw. ich war natürlich mal wieder viel zu vorschnell aufrichtig. Denn als es dann darum ging wie viel Geld ich dabei habe, musste ich meine Brieftasche vorzeigen und natürlich hatte ich das Scheiß Falschgeld noch nicht weggeworfen schließlich hatten mir die Banktypen es auch wieder zurückgegeben. Hätte ich mal am Anfang richtig zugehört, wäre mir aufgefallen, dass sie auch danach suchen…
    Ich also in meinem Wahnsinn sage natürlich, weil er sich alles Geld anschaut, dass das falsch ist. Und dann…
    Na ja, natürlich haben sie mich dann verunsichert von wegen Investigation und einen Tag dableiben, bla bla – HURENSÖHNE…
    Natürlich wollten sie nur mein Geld – wie alle – und als natürlich die obligatorische Frage nach einer Lösung kam, war mir klar, dass ich reingefallen war… Ehrlichkeit hilft eben doch nicht, in Südamerika kannst du eben nicht einmal der Polizei vertrauen…
    Wahrscheinlich wäre ich so davon gekommen, hätte ich den Ahnungslosen gespielt. Um weitere 25 € ärmer verließ ich, diesen Folterort und ging zur Migration nach Bolivien…

    Ab hier wird es dann endlich wieder etwas ruhiger, betriebsärmer und nicht ganz so von Abzockern und Gesindel überseht…
    Ich traf einen Chilenen, der mit mir im Bus gesessen hatte und ging mit ihm zum Taxistand. Für zwei Euro und fünfzig Cent fuhren wir dann nach La Paz. Eine nette Fahrt von knapp anderthalb Stunde durch das andine Hochland Boliviens…
    Am Busbahnhof angekommen, versuchte ich meinen Kontakt zu erreichen, aber bekam keinen an die Leitung. Ich kaufte mir ein ticket für Sonntag, den 2. März um 6.00 Morgens, nach Arica, Chile…
    Somit hatte ich noch einen halben Tag, um noch das restliche, was ich in La Paz besorgen wollte, einzukaufen. So holte ich mir erst einmal ein Taxi und ließ mich zur altbekannten Adresse bringen. Gerade als ich ankam, lief ich meiner bolivianischen Bekannten über den Weg.
    Den frühen Abend verbrachte ich dann im Viertel für Handwerk und die typischen Textilien Boliviens. Ich kaufte noch ein paar Andenken für meine chilenische Gastfamilie und fuhr dann wieder zurück. Den Abend verbrachte ich dann noch in einem Internetcafé. Ich ging ziemlich früh schlafen, um auch ja nicht den Wecker zu überhören. Kurz vor dem Einschlafen dachte ich noch einmal kurz: “Was machst, wenn du den Wecker aus Versehen ausstellst?” …
    Es erschien mir so lächerlich, aber es traf natürlich genau das ein. Ich hörte den Wecker machte ihn aus und schlief weiter eine Stunde später nämlich um 5.22 Uhr schreckte ich hoch… In acht Minuten musst am Bahnhof sein!!!
    Innerhalb von 2 Minuten zog ich mich an und um 5.30 Uhr war ich auf der Straße. Es dauerte fünf Minuten bis endlich ein Taxi vorbeikam. Der Fahrer hatte es natürlich nicht eilig und ich dachte nur an die Worte der Verkäuferin: Um Punkt 5:30 Uhr am Schalter…
    Gegen viertel vor, zehn vor sechs fuhr ich am Busbahnhof vor, gab dem Herrn sein Geld und sprintete in die Halle…
    Mein Glück war mir holt und ich war zwar außer Atem, aber nicht der letzte. Die Dame von der Gesellschaft begleitete mich und ein paar andere zum Bus und wir gaben unser Gepäck ab. Es dauerte noch ca. 20 Minuten eh wir uns in Richtung Autobahn aufmachten…
    Ich döste ein bisschen in die Morgenstunden und genoss die Aussicht. Natürlich wäre die Busfahrt ohne Panne nicht möglich gewesen, doch ein Glück konnte dieses Mal der Fahrer alles reparieren. So hatte ich Zeit ein bisschen die Natur mit meiner Camera einzufangen. In der Nähe der Grenze machte ich dann noch beeindruckende Aufnahmen von Flamingos und Vulkanen…
    Für mich war es kein großes Problem dieses Mal die Grenzkontrollen zu durchgehen, schließlich habe ich ein Visum, doch trotzdem blieben mir die Grenzer nicht als die freundlichsten in Erinnerung, um nicht davon zu sprechen, dass ich glaube, dass nur die ganzen rohen hierher versetzt werden.
    Das muss wohl am bolivianisch-chilenischen Verhältnis liegen…

    In Arica besorgte ich mir dann das nächste Ticket, was ich bekommen konnte. Die Wartezeit von knapp drei Stunden überbrückte ich mit Lesen, essen und dösen. Von meiner Fahrt von 27 h bis nach Santiago könnte ich euch jetzt in kleinen Details die unglaubliche Landschaft beschreiben, die man rund um die Panamericana-Sur sehen kann, aber ich rate euch nur einmal hierher zu kommen, denn mal abgesehen von allen Schwierigkeiten, war es eine unglaubliche Erfahrung… Allein für diese Aussicht und alle anderen schönen Landschaft nimmt man gerne etwas mehr auf sich.

    Angemerkt zu meiner letzten Busfahrt will ich noch sagen, dass ich umzingelt war von jungen Müttern mit ihren Kindern, die natürlich alles andere als ruhig waren, so dass ich vielleicht gerade einmal 4 oder 5 Stunden schlief. Ich kam um 21.00 Uhr in Santiago an und wurde wieder unglaublich herzlich empfangen und ging dann am nächsten Tag schon wieder um neun Uhr arbeiten…

    Seit diesem Tag arbeite ich wieder in der Schule und genieße nun mein mehr organisiertes Volontariat. Ich hoffe, euch hat meine Beschreibung einen kleinen Eindruck über meine Erlebnisse und Eindrücke verschaffen können. Nun bin ich wieder hier in Santiago und werde mich zu gegebener Zeit zu meiner Arbeit und anderen Erlebnissen äußern…

    VIELEN DANK noch einmal an alle, die mir mein FSJ gesponsert haben, denn ihr habt maßgeblich zu meinen schönen Erfahrungen beigetragen und tragt weiterhin dazu bei… Auch hier noch einmal vielen Dank, an dich Mama für deine tägliche Mühe und für alles weitere, was du schon im Voraus geleistet hast…

    Bis dann, euer Sebá

    Schon vor einiger Zeit habe ich ein Stöckchen vom fazzolo zu gereicht bekommen. Damals hab ich mir schon überlegt, ob ich es gleich poste. Nun ist schon ein Teil meines Lebens vorübergezogen und als kleiner Exkurs zu den sonst üblich langen Beiträgen jetzt einmal ein kurzer…

    Folgendes sollte beachtet werden:

  • Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat).
  • Öffne das Buch auf Seite 123.
  • Finde den fünften Satz.
  • Poste die nächsten drei Sätze.
  • Wirf dein Stöckchen an 5 weitere Blogger!
  • Die Witwe warf das nutzlose Mikrofon auf die Bretter und eilte vor dem Hintergrund vereinzelten, noch zögernden Beifalls davon, der von den Dünen und den Felsen herkam und dem sich die begeisterten Musiker sowie die etwas taktvolleren Touristen und sich die Fischer anschlossen, bis er sich zum Brausen eines Wasserfalls gesteigert hatte und von einem „Viva Chile, Scheiße!“ des unsäglichen Genossen Rodríguez untermalt wurde.
    Die Witwe Rosa González also eilte zur Küche, wo ihr im Halbdunkel die ekstatisch geweiteten Augen ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes entgegenflackerten. Mit dem Daumen über die Schulter nach draußen deutend, spie sie vor den beiden die Worte aus: „Der Beifall ist für die Turteltäubchen.“

                        (Antonio Skármeta: Mit brennender Geduld)

    Doch je nachdem wie man die wörtliche Rede der Seite 123 auslegt, gibt es vielleicht gar keinen fünften Satz. Daher möchte ich noch, um euch noch den zweiten Satz auf der Seite 123 niederschreiben, da dieser quasi die halbe Seite einnimmt.

    Zwölf Sekunden nach dieser Prophezeiung, als die Lauser aller nüchternen, weniger nüchternen und schon bewußtlosen Gäste, wie von einem riesigen Magneten angezogen, auf die Küche gerichtet waren, und Alvarcón und Guzmán so taten, als müßten sie ihre verschwitzten Handflächen an ihren Hemden trockenreiben, bevor sie in zitternde Begleitmusik einfielen, durchbrach Beatriz´Orgasmus die sternenklare Nacht mit einem solchen Akkord, daß sogar die Paare in den Dünen davon inspiriert wurden („Einmal so einen“, flehte die Touristen den Telegrafisten an), die Witwe indes brandrote Ohren bekam und dem Herrn Pfarrer, der schlaflos in seinem Kirchturm lag, die Worte entfuhren: „Magnificat, staba, lingua, dies irae, benedictus angelus, kyrie eleison.“

    …so schön kann „Lesen“ sein…

    Leider kenne ich keine weiteren Blogger, den dieses Stöckle nicht schon gereicht wurde, daher an alle die vielleicht dieses Beitrag lesen und selbst ambitionierte Blog-Stöckchen-Verarbeiter sind, nehmt es einfach… ;)

    So amigos,

    endlich hab ich Zeit gefunden den letzten Teil meiner Reise zu Papier zu bringen, wenn auch nur digital.

    Nachdem ich also die lange Strecke mit dem kleinen Umweg hinter mich gebracht hatte kamen wir so gegen zwölf, halb eins an der ecuadorianischen Grenzstation zu Peru an. Dort musste ich mir zunächst wie immer den Ausreisestempel abholen und konnte dann weiter zu anderen Seite, um wieder nach Peru einzureisen. 

    Alles klappte perfekt und ohne Umschweife vertraute ich auch dem Taxifahrer, den mir die Servicedame aus dem Bus zugewiesen hatte. Der fuhr mich dann in die Stadt, wo ich mein Gepäck abholen wollte. Er labberte mich zunächst zu, dass ich Geld bräuchte, um nach Peru einzureisen und alles son Scheiß. So typisch Grenzgangster. Na ja ich holte mein Gepäck und er fuhr mich dann noch ein Stück weiter…

    Und dann passierte eine Sache, die mich unglaublich sauer über mich selbst und über diese beschissene Welt gemacht hat. Natürlich hatte ich bis dahin nach 15 h Fahrt nicht wirklich gecheckt was er wollte und ich in meinem Glauben an die Menschheit war davon überzeugt, dass mir nichts böses widerfahren könnte, doch es sollte anders kommen.

    Er hielt in einer Nebenstraße der Hauptstraße und sagte mir, dass er ab hier nicht weiter könne – natürlich hätte er noch zwei Blocks bis zur Grenze fahren können. In meiner totalen Erschöpfung zog sich dieses kriminelle Spiel dann noch weiter und er wollte mir zunächst fünf Dollar abknöpfen, doch ich intervenierte, da ich den Preis ja schon kannte und gab ihm drei. Aber dann passierte, dass was nur den dümmsten Touristen passiert. Ich ließ mich tatsächlich bequatschen Geld zu tauschen. Gut, wahrscheinlich könnt ihr euch jetzt denken, was passiert es, aber gleich. Ich tauschte also fünfzig Dollar, schaute mir das Geld an und es sah einfach gut aus. Zu gut um falsch zu sein. Auf das Papier achte ich aber nicht… Verunsichert, aber im Vertrauen auf die Menschheit ging ich also weiter und nahm ein Taxi – auf der ecuadorianischen Seite… :S 

    Ich fuhr mit diesem stinkenden Kerl bis zur Grenzstation und er erwies sich zunächst als guter Typ, indem er dem Grenzbeamten bequatschte, so dass ich ohne Anstehen gleich „gestempelt“ wurde. Wir fuhren weiter und er tischte mir natürlich auf, dass es keine Kleinbusse nach Tumbes gäbe – natürlich wieder völliger Quark, wie passierten vier oder fünf…

    In diesem Glauben und im Vertrauen auf seine Kunst blieb ich als sitzen. Im Nachhinein hab ich mich nur gefragt, ob die Tage in Quito bzw. die Busfahrt dazu gereicht haben mein Hirn so zu vernebeln, dass ich so kurzsichtig war.

    Als ich dann fragte wie viel er denn verlangen würde, sagte er doch tatsächlich 40 Dollar. Ich dachte nur: wie bitte? Ich sagte ihm, dass ich niemals so viel Geld hätte und dass ich dass nicht bezahlen würde. Letztlich handelte ich ihn auf 25 runter, was noch viel zu viel war. Ein Kleinbus mit neun Personen verlangt drei. Der Tag war für mich mehr als gelaufen und ich hätte nur noch heulen können, als er mir offerierte, dass mein Geld gefälscht sei. In diesem Moment wollte ich verschwinden, einfach weg, weg von dieser WELT…

    Aber es bestätigt ein mal mehr das ökonomische Sprichwort: Homo homini lupus est – Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Aber warum musste ich, der bis dahin an das Gute im Menschen geglaubt hatte und geglaubt hatte, dass Südamerika nicht gefährlicher als der Wedding ist, auf solche Gangster hereinfallen…

    Ich bezahlte ihn also, nachdem ich neues Geld abgehoben hatte und ging, in das Büro der Busgesellschaft – keine Fahrt heute… Ich dachte, ich müsste sterben. Ich würde keine Nacht länger in diesem von Kriminellen verseuchten Gebiet aushalten können. Ich ging zu benachbarten auch keine Fahrt… Was nun?

    Letztlich erinnerte ich mich daran, dass mir noch eine andere Busgesellschaft von meinen peruanischen Freunden in Chile empfohlen worden war, nämlich Flores hermanos. Ich erkundigte mich also, wo ihre Station war und rannte mir allem Gepäck, das ich hatte los. Ich wollte einfach nur weg. Ich fand den Terminal und tatsächlich es kam noch zwei weitere Fahrten für den heutigen Tag nach Lima. Ich kaufte mein Ticket für halb Sieben und war heil froh, dass mein Glück mich doch nicht ganz verlassen hatte.

    In den nächsten drei Stunden wusch ich mich erst einmal, denn mittlerweile stank ich wie mein Taxifahrer, und kaufte mir dann ein paar Kekse und etwas zum Trinken.  Ich setzte mich in en Internetcafé und schaute nach ob mir jemand aus Lima schon geantwortet hatte, ob ich am nächsten Tag mal für eine Nacht vorbeischauen könnte…

    An dieser Stelle muss ich noch einmal sagen, dass ich unglaublich dankbar für die Hilfe war die ich von dem ecuadorianischen Freund meiner Familie bekommen habe.

    HERZLICHEN DANK, MARIO.

     

    Deine Kontakte sind echte Ruhepole gewesen und haben mich so herzlich aufgenommen, dass ich das gar nicht richtig beschreiben kann.

    Meine Stimmung hellte sich ein wenig auf, als ich eine Email aus Lima mit einer Bestätigung meiner Anfrage vorfand. Gegen sieben setzte sich dann der Bus gen Lima in Bewegung und ich verließ diesen undankbaren Ort. Ich schwor mir sollte ich tatsächlich einmal wieder nach Ecuador reisen, würde ich es auf jeden Fall auf direktem Wege machen – mit dem Flugzeug.

    Wir fuhren die Küste im Norden entlang dem Abend entgegen. Ich unterhielt mich ein wenig mit einem schwarzen Ecuadorianer, der neben mir saß und genoss die schöne Abendstimmung. Da der Chaffeur oder wer auch immer anscheinend ein großer Steven Seagal Fan war, waren die Vorführungen sehr einseitig und eintönig, so dass ich lieber döste bzw. auch mal kurz einnickte oder in meinem Buch las, das ich mir in Quito gekauft hatte.

    Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter die Küste entlang, durch die kahle Wüstenlandschaft bis wir am Nachmittag gegen zwei Lima erreichten. Ich schnappte mir mein Gepäck schüttelte ein paar Taxifahrer ab und begab mich auf die andere Straßenseite. Nur leider kamen immer wieder nur zwielichtige unabhängige Taxis vorbei, so dass ich einige Zeit warten musste, bis ich endlich ein offizielles Taxi zu sehen bekam. Ich fragte wie üblich vorher nach dem Preis – auch Lernfähigkeit ist ein Zeichen von Intelligenz – und wir setzten uns in Bewegung. Das dumme ist einfach in Lima, kennen sich die Taxifahrer nicht aus, so dass du x-mal erklären musst, wo du hinwillst. Außerdem haben sie ein außergewöhnliches Interesse an Adolf Hitler, fragt mich bitte nicht warum.

    Kurz vor drei kam ich dann bei meinen Gastgebern an und wurde von den Hausmädchen hereingelassen. Ich fand das Zimmer so vor wie ich er verlassen hatte. Ich fand ein frisches Handtuch und ging mir er einmal man „Pech“ abwaschen. Dann setzte ich mich in meiner Zimmer und sortierte ein paar Sachen. Leider war ich wohl nicht gründlich genug gewesen, zumindest hatte die Tequilaflasche die Druckunterschiede anscheinend nicht so gut überstanden und der Verschluss war aufgegangen. Ich hatte sie zwar in eine Plastiktüte gepackt, die jedoch nicht alles abgehalten hatte. So musste ich alles auspacken und unterzog jedes Teil einer Geruchsprobe. Leider war der Großteil meiner Kleidung zumindest einparfümiert und ich hängte alles zum Lüften aus. Einige Sachen, waren allerdings nicht zu retten, so dass ich sie gleich in eine Plastiktüte packte. Danach legte ich mich aufs Bett und döste ein bisschen.

    Nach dem Mittag sah ich Fern, eine Rarität und zum Ausspannen ganz vortrefflich. Ein bisschen aufgemuntert wurde ich durch einen Hollywood- Streifen über die Suche und das Wiederfindung seines Glücks. Ein bisschen hoffnungsvoller nahm ich noch das Abendessen zu mir und ging dann Schlafen.

    Nach einer nicht besonders langen Ruhe – es war unglaublich heiß gewesen – stand ich gegen acht auf und machte mich fertig. Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich und machte mich mit der Hausherrin auf – zunächst zur nächsten Bank, um mir dort noch einmal von offizieller bestätigen zu lassen, dass ich tatsächlich Falschgeld in der Tasche hatte.  

    Auch in Peru herrscht Bürokratie und wenn die Bank erst um 9:15 öffnet, dann öffnet sie auch erst zu dieser Zeit. So wartete ich eine viertel Stunde vor der Bank. Eingelassen bekam ich dann nur den netten Hinweis, das nächste Mal ein bisschen vorsichtiger zu sein. Etwas genervt stieg ich in ein Taxi – natürlich musste ich auch an diesem Tag wieder einige Taxifahrer aus ihren Tagträumen erwecken, das man jeden Touristen abziehen kann…

    Gegen kurz vor zehn kam ich am Terminal der Gebrüder Flores an und reihte mich in die Schlange vor dem Schalter, an dem man Tickets nach Ica, Palpa und Nazca kaufen konnte. Die Zeit verging und mittlerweile war es zehn nach Zehn und ich war an der Reihe. Ich sagte, dass ich nach Nazca wollte und sie fragte mich: Heute? Ja, klar heute… Sie fragte mich, ob ich den Bus um zehn nehmen wolle. Ich schaute nur etwas verdattert drein und stimmte zu – es war zwanzig nach zehn. Ich nahm Gepäck gab es dem Burschen am Kofferraum und setzte mich in den Bus…

    Erschöpft kam ich gegen vier oder fünf am Nachmittag an und als ich ausstieg das übliche Treiben. Irgendwelche zwielichtigen Gestalten, die die ihre „Hotels“ anbieten. Ich nahm mein Gepäck und wehrte erst einmal zwei drei Typen ab, letztlich ließ ich mich aber doch von einer Dame bequatschen, die wenigstens einen ordentlichen Preis nannte – 20 Sols pro Nacht mit Frühstück, fünf Euro annehmbar.

    Das Hotel sah sehr nett aus und ich bekam gleich ein Zimmer im Erdgeschoss. Ich ging mich duschen und hängte gleich  ein paar Sachen zum Lüften auf. Dann unterhielt ich mich mit der jungen Dame über einen möglichen Flug über die Linien von Nazca. Leider musste ich dann die Erfahrung machen, dass man auch Frauen kein Wort glauben kann. Für den doppelten Preis, den man in den Reiseführern findet, ließ ich mir einen angeblich 45 Minuten- Flug andrehen. In dem Glauben wenigstens ein bisschen verhandelt zu haben, bezahlte ich und setzte mich anschließend in die „Lobby“. Dankenswerterweise saß ich nicht lange mit meinem Buch herum, sondern die hübsche Rezeptzionistin, die mir bei meiner Ankunft schon aufgefallen war, gesellte sich zu mir und unterhielt sich mit mir. Doch leider hatte sie nicht so viel Zeit, da ständig neue Gäste ankamen oder Gäste nach ihren Schlüsseln verlangten. So blätterte ich ein wenig in meinem Buch…

    Zufällig fiel mir dann auf das ein anderer Hotelangestellter versuchte einer scheinbar verwirrten und nur Englisch sprechenden Asiatin etwas über die Flugpreise zu erklären. Ganz in meinem Element als Verständiger zwischen den Kulturen nahm ich mich dem Sprachproblem an und übersetzte für den hilflosen Kerl, der nur zwei, drei Worte Englisch sprach.

    Im Anschluss entstand glücklicherweise daraus eine Konversation. Ich erfuhr, dass die Asiatin eine amerikanische Studentin aus Taiwan war und sowie ich am nächsten Morgen über die Nazcalinien fliegen wollte. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis der lustige Typ Zeit gefunden hatte, sein Angebot zu unterbreiten. Wir setzten uns zusammen in den hinteren Teil des Erdgeschosses und er erklärte ihr, dass er tatsächlich 35 minütige Flüge für 35 Dollar hätte – ich dachte nur du Idiot. Hatte ich richtig gehört 35 Dollar für 35 Minuten !? Hatte ich einen weiteren Fehler begangen?

    Letztlich waren sich die beiden einig geworden und sie buchte den Flug. Danach fragten wir uns (die Taiwanerin und ich), was wir nun machen, war Nazca zwar ein Touristenmagnet, aber doch eher einer der ruhigen. Wir beschlossen eine kleine Erkundungstour zu machen, trafen aber keinen Ort an, indem wirklich etwas los war, so dass wir letztendlich etwas zum Trinken und ein wenig Knabberzeug kauften und uns wieder in der Ecke zusammensetzten und auf das erfolgreiche Geschäft anstießen. Wir unterhielten uns noch bis halb elf bevor wir uns verabschiedeten.

    Am nächsten Morgen ging es dann auf den Flug. Ich mit meiner Gruppe und sie mit ihrer. Der Flug war echt schön, leider musste ich aber ein mal mehr feststellen, dass ich hereingefallen war. Mal wieder war die Touristenfalle zugeschnappt und ich war hineingetreten. ganze 2o Minuten waren wir über den Linien gekreist, als der Pilot sagte, dass wir nun zurückkehren. Ich schüttelte nur den Kopf, was ich für ein Idiot gewesen war. Genau 7 Minuten später landeten wir wieder und die Uhr blieb bei 32,47 stehen als der Pilot den Motor abstellte, was für eine Abzocke. Mit schönen Fotos, aber etwas deprimiert verließ ich den Flughafen wieder. Wenigstens war ich nicht der einzige, der darauf hereingefallen war, mit mir waren noch ein drei Mädels aus der Schweiz und eine Asiatin geflogen.

    Etwas niedergeschlagen ließ ich mich gleich zum Terminal fahren und kaufte ein Ticket für den Abend nach Arequipa. Die Dame stellte uns – ja auch die drei Schweizerinnen wollten dorthin – die Tickets und sagte uns, dass wir zwischen halb Acht und neun da sein sollten. Danach ging jeder seiner Wege. Ich ging ins Hostel zurück, da ja noch fast der ganze Tag vor mir lag und schließlich wollte ich auch wissen, wie und vor allem wie lange der Flug der Taiwanerin gewesen war, schließlich hatten wir abgemacht, dass wenn sie tatsächlich 1 Dollar pro Minute Flug bezahlt hat, sie mich, der ich getäuscht worden war, für meine Übersetzungshilfe zum Essen einlädt. 

    Gegen neun wie am Vortag besprochen kam ich im Hostel – nur war ich eben nicht 45 Minuten geflogen. Ich musste noch eine ganze Weile warten bis die Taiwanerin ankam. Und letztlich war es schon so spät, dass sie gleich los musste, weil sie einen der frühen Busse nach Lima erwischen wollte. Nur war das Problem, dass sie noch gar kein Ticket hatte. So gingen wir trotzdem zum Terminal und sie fragte nach dem 11.30 Bus, wo es doch schon Viertel nach elf war. Meine Vorahnung wurde dann auch bestätigt und es gab nur noch Plätze für den Bus um 14.30. Sie kaufte also das Ticket und wir hatten noch genügend Zeit, damit sie ihr “ Versprechen“ einlösen konnte.

    Sie ließ noch ihr Gepäck da und dann stiefelten wir los, um ein passendes Restaurant zu finden. Letztlich entschied sie sich für ein nett eingerichtetes zweistöckiges Restaurant, das sogar noch Frühstück anbot. Wir bestellten also Frühstück und unterhielten uns noch ein mal ausführlich. Es ist immer wieder schön Leute zu treffen mit denen man sich gut unterhalten kann. Danach gingen wir noch in ein Internetcafé auf der gegenüberliegenden Seite. Dort ließen wir dann die Zeit verstreichen… 

    Kurz vor Abfahrt des Buses als sie sich dann doch vom PC trennen konnte, gingen wir los zum Terminal. Alle anderen saßen bereits im Bus als wir ankamen, aber trotzdem war sie ganz entspannt und happy. Wir machten noch ein, zwei Abschiedsfotos und dann fuhren sie ab. Danach ging ich zum Hostel zurück um meinen Tag ruhig ausklingen zu lassen…

    In den nächsten Stunden las ich, unterhielt mich mit der bezaubernden Rezeptzionisten oder dachte einfach nach. Darüber, dass meine Reisezeit sich dem Ende zuneigte, und was ich alles so erlebt hatte. Konnte ich doch mein Weltbild von vorher in die Tonne befördern. Tatsächlich kann man nur ganz wenigen Menschen vertrauen, ob nun in Europa oder hier, vor denjenigen, die davon leben, andere zu betrügen oder zu hintergehen, ist man nirgendwo sicher…

    Doch scheinbar versuchte mir mein Schicksal dieses Weltbild ein bisschen aufzuhellen, indem es mich in dieses Hostel geführt hatte. Denn die Zeit, in der ich mich mit Isabel, der Rezeptzionistin, unterhalten durfte, ging bei jedem Lächeln oder Lachen die Sonne auf. Leider hatte ich schon mein ticket gebucht und war auch festentschlossen mich nicht beeinflussen zu lassen, von meinem vermaledeiten Kopf. So genoss ich noch die letzten Stunden des Tages und ging dann im Guten Glauben rechtzeitig da zu sein um halb neun los. Gegen zehn nach halb Neun kam ich dann am Terminal an und es folgte eine Sache, die ich bis dahin nicht erlebt hatte und auch im Nachhinein nicht mehr erlebt habe. Die Dame am Schalter schaute mich entsetzt an und sagte mir, dass der Bus abgefahren sei und erzählte mir dann aufgeregt, dass sie doch gesagt hätte, um acht Uhr am Terminal usw. und sofort… Ich bestätigte nur, aber fügte hinzu, dass es schon eine seltsame Sache sei, dass ein Bus früher abfuhr – siehe oben Lima nach Nazca… Schicksal?

    Aber es war nichts zu machen, er war weg. Ich fragte nur, ob die Schweizerinnen mitgefahren sei, aber abermals bekam ich im erregten ton zu hören, dass diese ebenfalls nicht aufgetaucht waren. Also wartete ich ein bisschen und um zehn vor Neun trudelten diese ein. Ganz ungeniert sagte ich ihnen, was Sache war und sie dachten erst ich scherzte, doch das tat ich nicht. Ich der kein Problem damit hatte eine Nacht länger zu bleiben blieb ruhig, doch die Damen waren ziemlich aufgeregt und versuchten sich das Ganze zu erklären, doch es gab einfach nichts rationales an dieser Geschichte. Ich sah mir noch einige Minuten, die Szenerie an, auch wie die Asiatin vergeblich flehend versuchte auf die Schalterdame mit zwei Worten ihres dürftigen Spanisch einzureden, doch es gab einfach keinen Bus mehr…

    Ich verabschiedete mich und ging etwas erstaunt zurück zum Hostel, mittlerweile war es schon kurz vor halb elf und ich hoffte, dass ich noch ein Zimmer bekommen würde. An der Rezeption traf ich auf Daniel, den Typen, dem ich geholfen hatte das Geschäft mit der Taiwanerin abzuschließen. Ein lustiger Typ. Wie sein Namensvetter Guevara durch und durch Sozialist und mit großen Visionen ausgestattet, doch unglaublich beredet und von seinen Ideen überzeugt, versucht Leute für seine Visionen zu begeistern.

    Da ich am Morgen schon mit ihm geredet hatte, wusste ich, dass er ein netter Typ war und das bestätigte sich auch. Denn zum gleichen Preis bekam ich ein Doppelzimmer im ersten Stock. Ich dachte nur, es gibt doch noch nette Menschen – auch wenn auch es natürlich auch zu seinem Vorteil war. Ein bisschen durch den Wind begab ich mich auf mein Zimmer und legte mich einfach nur hin, dachte nach und dichtete ein wenig… Schicksal !

    Am nächsten Morgen stand ich früh auf, um abermals mein ticket für den Abend umschreiben zu lassen. Als ich zurückkam setzte ich mich in den Frühstücksraum und als Isabel in die Küche kam, um ihrer Arbeit nachzugehen, war die Überraschung natürlich groß. Ich setzte mich in die Küche und wir unterhielten uns wie es dazu gekommen war etc. und im Anschluss über einiges mehr. So verstrich der Vormittag und ich genoss es einfach nur nicht in Hektik zu sein. Den Nachmittag las ich ein wenig und brachte meine Gedanken vom Vorabend zu Ende und ging ins Internetcafé. In meinem Gedichtband von Pablo Neruda fand ich dann ein für meine Situation, wie ich fand passendes Gedicht – Yo volveré = Ich komme wieder…

    Der Tag klang aus wieder vorherige, doch leider fand sich einfach kein Momente bzw. war ich ein Mal mehr schlicht weg nicht in der Lage meinen Gedanken in die Tat umzusetzen. Denn statt einfach dazu zu stehen, deponierte ich mein Gedicht auf einem der kleinen Tisch in der Sitzecke im Frühstückssaal. Wieder war ich unsicher gewesen, was ich wollte. So verabschiedete ich mich und ging schwer bepackt und schweren Herzens in Richtung Terminal. Im Folgenden passierte dann etwas, was sich vielleicht erklären lässt, aber trotzdem seltsam war. Auf halben Wege fiel mir meine Wasserflasche im Kühlschrank ein – mein Gedächtnis hatte mich im Stich gelassen, doch warum? So eilte ich zurück und erntete natürlich erstaunte Gesichter, und bekam nur zu hören, dass ich gar nicht weg wolle, doch ich bedankte mich nurabermals und sagte etwas von wegen Schicksal und ging…

    Es war schon irgendwie komisch dann in diesen Bus einzusteigen und nicht zu wissen, was kommt. Ich hatte extra einen Bus früher genommen, um nicht allzu spät in Arequipa anzukommen. Doch wie es nun mal wirklich ist, hatte der Bus Verspätung. Doch trotzdem erwischte ich noch den Sonnenuntergang über der Pazifikküste einfach beeindruckend (und) schön…

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    (Die links unter den Bildern führen zu den größeren Versionen…)

    Nach diesen Bildern verschwanden wir im Dunkeln. Ein bisschen fühlte ich mich wie in einem der Kleinbusse aus den Städten, denn ständig hielten wir an und neue Leute stiegen zu egal, ob Plätze da waren oder nicht, aber für knapp 12 Euro erwartete ich auch nichts, sondern genoss und dachte nach…

    Mitten in der Nacht hielten wir dann  an einem heruntergekommenen Truckerinn und sollten uns verpflegen. Ich machte nur ein paar Fotos. Gegen eins kamen wir dann in Arequipa an, eigentlich genau das, was ich nicht wollte, doch es war alles nicht so schlimm, denn ich hatte schon beschlossen nicht lange zu bleiben. So nahm ich mir ein Taxi und ließ mich zu dem Hostel fahren, von dem ich den Flyer in Nazca gesehen hatte. Leider war dieses belegt und wir mussten unsere nächtliche Fahrt fortsetzen. Letztlich fanden wir ein Hostel für 15 Sol in der Nähe der Plaza de Armas, welches zwar nicht wirklich den Charme versprühte aber für eine Nacht sagte ich mich, musste das auch nicht sein…

    Ich machte mich früh auf und ließ erst einmal meine Sachen zurück. Mein erster Weg führte mich in die Touristeninformation. Ich ließ mir einen Stadtplan aushändigen und ein paar Infos zu Touren geben, doch letztlich entschied ich mich einfach ein bisschen im Umkreis der Plaza herumzulaufen. Danach ging ich zur Bank und frühstückte etwas und trank seit langem wieder einmal richtigen Kaffee aus einer Kaffeemaschine – um genau zu sein einen Cappuccino…

    Um mich nach hostels umzusehen, suchte ich ein Internetcafé auf, das direkt an der Plaza lag. Dort hing ich dann eine Stunde rum und fragte, ob sie wohl Farbkopien machen würden, doch sie konnten mich nur an einen anderen verweisen. So stiefelte ich zusätzlich mit ein paar Hosteladressen bewaffnet in dessen Richtung und sah mir währenddessen ein wenig die Altstadt mit ihren Klöstern und Kirchen an. Einfach schön dieser Kolonialstil. Den Nachmittag verbrachte ich dann großteilig vor dem PC und chattete mit Freunden und sah mir meine Fotos an. Die Zeit verging wie im Flug. So dass ich nach zwei Stunden beschloss zunächst ein Hostel in der Nähe anzusehen und dann etwas zum Mittag zu essen…

    Das Hostel befand sich gleich in der Nähe und es sah auch sehr nett aus, doch man sah schon, dass sie sich wie die Dame erwähnte in einer Renovierungsphase befanden und da sie außerdem Warmwasser nur über Solar bezogen und es eigentlich nur nach Regen aussah, bedankte ich mich, hatte mich aber schon innerlich darauf eingestellt hier bestimmt nicht zu nächtigen. Als nächstes begab ich mich zum Terminal der Busse nach Colca, da dies der einzige Grund war neben dem Vulkan, der aber hinter ein Wolkenwand sich verbarg, weshalb ich nach Arequipa gekommen war. In Colca bzw, in der Nähe gibt es eine Schlucht, in der man bei guten Bedingungen, nicht nur seine enorme tiefe von fast 3000 m, sondern auch seine großen Bewohner die Condore bewundern kann…

    Ich kaufte ein ticket für 1:oo früh, denn da die Fahrt ca. sechs Stunden dauern würde, wäre ich so gegen sieben zum Sonnenaufgang dar, auch wenn mir das bei diesen Wolken utopisch erschien. Den Rest der Zeit quartierte ich meine Sachen um. Ich würde zwar nicht übernachten, doch ich wollte meine Sachen auch nicht mitschleppen, weshalb ich abermals das in Nazca empfohlende Hostel aufsuchte und nach einem Bett fragte. Und tatsächlich waren welche frei geworden, so dass ich meine Sache dort unterstellte und frohen Mutes um acht gen Plaza mich aufmachte…

    Ich lief ein wenig über den Platz und machte ein paar Fotos und setzte mich dann mit meinem Buch auf eine Bank und las ein wenig. Die Stunden vergangen und es wurde dunkler, der Platz lehrte sich und gegen zwölf machte auch ich mich bereit zu gehen. Ich schoss noch ein paar Frontalbilder der Kathedrale und versuchte dann ein Taxi zu finden. Leider ließen die Fahrer sich nicht runterhandeln, so dass ich letztlich den Nachtaufschlag akzeptieren musste. Angekommen am Terminal kaufte ich mir ein bisschen knautschiges süßes Brot, das so etwas wie Marmelade enthielt – es schmeckte nicht schlecht und stillte das Hungergefühl. Die restliche Wartezeit verbrachte ich in der vollen Abfahrtshalle mit lesen und schreiben. Um Punkt halb eins durften wir dann endlich in den Bus einsteigen. Ich nahm meinen Platz ein und lehnte mich zurück…

    Ich wachte gegen vier oder fünf auf und sah nur weiß durch die beschlagenen Fenster, zunächst dachte ich an Schnee, doch das konnte nicht sein. Ich wollte Fotos machen, doch die Fenster ließen sich nicht öffnen. So wartete ich döste und schaute ab und zu aus dem Fenster und wartete auf den Morgen…

    Gegen halb Acht nach Zwischenstopp in Colca kamen wir an der Schlucht an. Ich dachte nur: ja, ok, bei der Sicht hättest du auch in Nazca bleiben können. Wolken über Wolken am Himmel und in der Schlucht verdeckten quasi jede Sicht. Zumindest war ich nicht alleine und meine Begleitung stellte sich als sehr gesprächig und wissbegierig heraus. So waren wenigstens über den Morgen hin die Unterhaltungen gesichert. Bevor es sich ganz zuzog machte ich noch ein paar Bilder und die übrige Zeit unterhielt ich mich. Wie erwähnt, man trifft auch immer wieder nette Leute. So war es mein Glück, dass ich diese Damen traf denn sie logen für mich und gaben mich als Mitstudenten aus, so dass ich lediglich 3,50 Sol bezahlen musste, statt der üblichen satten 65 Sol für Ausländer…

    So verbrachte wir die morgendlichen Stunden damit uns zu unterhalten. Wir gingen ein wenig spazieren und amüsierten uns köstlich über das schlechte Wetter, da es tatsächlich immer nebliger wurde und anfing zu nieseln. Zufälligerweise traf ich dann auch noch die Schweizerinnen wieder, die aber ankamen als es schon fast nichts mehr zu sehen gab, und nun nur noch durch den kleinen Markt von Frauen stöberten, die sich zum Verkauf ihrer textilen und anderweitigen Andenken am Fuße des „Condor Kreuzes“ niedergelassen hatten. Ich blieb aber lieber bei meiner einheimischen Gruppe von Damen und unterhielt mich. Gegen zehn Uhr morgens machten wir uns dann auch auf um einen Bus zurück zu nehmen, da es mittlerweile schon schwer war, die Verkaufsdamen zu sehen und diese selbst ihre Artikel zusammenpackten. Ohne Condor, aber fröhlich setzten wir uns in den Bus zurück. In Colca stiegen dann die Damen aus und man tauschte noch Emails aus. Ich begab mich wieder zurück in den Bus mit dem Ziel Arequipa… bzw. Nazca…

    Fortsetzung folgt… 

     

     

     

    Hallo Leuts,

    Ihr wollt zwar sicher alle Geschichten im Einzelnen hören, aber ich frage mich ehrlich gesagt, ob dazu ein wordpress-Eintrag ausreicht.

    Über drei Wochen sind vergangen seit dem ich von Chiclayo aus – im Norden von Peru – zur Grenze nach Tumbes bzw. nach Aguas Verdes aufgebrochen bin, um nach Quito, Ecuadors Hauptstadt, zu gelangen.

    Wenn ich ehrlich bin kann ich mich schon nicht mehr einmal an die Fahrt bis zu Grenze erinnern, wahrscheinlich muss ich das auch nicht, bin schließlich nachts unterwegs gewesen, so dass ich wohlmöglich geschlafen habe. Ich weiß nur noch, dass ich auf der Fahrt einen Briten getroffen habe, und das wir beide etwas gemein hatten. Weder er noch ich konnten das Englisch des Gegenüber verstehen. Keine Ahnung vielleicht spricht man in Stoke anderes Englisch, zumindest war es – medio raro – wie man hier sagen würde – irgendwie komisch.

    Woran ich mich auch noch erinnern kann, ist, dass es furchtbar heiss und feucht war, so dass man keine Transpiration brauchte um komplett nass zu sein. Wir kamen gegen sechs Uhr morgens an der Grenze an, so dass wir nach allen Formalien gegen sieben uns Brot kauften und ich mir noch ein paar Bananen, von denen ich in den folgenden Wochen ungefähr drei Kilo aß – nein Scherz, nicht ganz so viel, aber viele, in verschiedenen Größen und Farben.

    Die drei Stunden Wartezeit zwischen Ankunft und Abfahrt des Buses nach Quito überbrückten wir mit Herumlungern in einem Internetcafé. Dort setzte ich erst einmal die Freunde meines Freundes davon in Kenntnis, dass ich wohl in der kommenden Nacht in Quito ankommen würde. Wir einigten uns dann schließlich darauf, dass ich die erste Nacht im Hostal verbringen würde und am nächsten Tag dann zu ihnen nach Hause kommen könnte.

    So fuhren wir gegen zehn in einem alten klapprigen Volvo-Bus in Richtung Norden. Also es muss mal an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Busse in Ecuador wirklich von vorgestern sind. Ein paar Gesellschaften haben auch ein paar neue, aber im Gegensatz zu Peru oder Chile sind diese eher Raritäten, so dass man zwar sicher, aber nicht unbedingt bequem die langen Distanzen durchlebt.

    Die Fahrt war trotzdem sehr schön, obgleich die Landschaft im Süden sehr eintönig ist und eher einer einzigen Bananenplantage gleicht. Zwischendurch kommen ein paar Mangobäume oder auch mal Mais sowie Zuckerrohr, aber viel mehr sieht man nicht. Wenn man dann in die Nähe vom Altiplano, die Hochebene von Ecuador, kommt, wird es schon etwas abwechslungsreicher. Trotzdem haben die Kilometer von Bananenpalmen einen bleibenden Eindruck in meinem Gedächtnis hinterlassen.

    Nach unzähligen Kilometern und knapp 13 Stunden kamen wir gegen halb eins in Quitos Süden an und nach ein paar Auskünften bekam ich auch einen Taxipreis zu hören, der mir zwar astronomisch erschien aber gut – 8 US-$ für 15 min Fahrt… europäisch.Letztlich wusste er nicht mal, wo das Hostal ist, und wir mussten erst einen zwielichtigen Polizisten bzw. Wachmann – die kann man bei Nacht kaum unterscheiden – fragen, der sich gerade mit ein paar Schwarzen unterhielt. Gegen eins weckte ich dann den Mann an der Rezeption und bekam den Service meines Lebens. Warme Dusche, Informationsmaterial über Quito samt Plan, ein Viererzimmer mit Balkon für mich allein, freies Internet, Frühstück am nächsten Morgen und das alles ohne zu fragen – Preis 8 Dollar, soviel wie die 15 Minuten Taxi ;)

    Am nächsten Tag wachte ich wie immer seit meinem Trek gegen sechs auf, blieb aber noch bis zum Klingeln des Weckers gegen halb acht liegen, dann ging ich in das schöne Bad, duschte mich abermals und ging zum Frühstück hinunter. Das bestand dann zwar dem Preis entsprechend nur aus zwei Toast, ein bisschen Butter und Marmelade sowie einem Kaffee, doch das frei Internet holte das in der nächsten Stunde wieder heraus. Bis halb zehn saß ich noch am PC und machte mich dann mit meinem neuen Stadtplan auf zu einer Touristeninformation. Die war leider nicht ganz an der Stelle, wo sie im Plan eingezeichnet war, so dass ich erst ein paar Passanten interviewen musste, um schließlich zum richtigen Standort zu gelangen. Dabei lernte ich aber gleich ein paar Straßen kennen, was für die kommenden Tage nicht allzu schlecht war.

    Ich holte ein paar Infos über den Plan und das Sehenswerte ein und bekam zwar nicht wie erhofft ein paar Empfehlungen, doch trotzdem trug ich mich, wie gewohnt, mit freundlichem Kommentar in die Besucherliste ein. Danach begann ich meine Tour im Altstadtviertel.Mit dem schönen und schnellen Metrobus fuhr ich vom Vergnügungsviertel, d.h. Bars und Discos – ja -, in Richtung Altstadt. Nach ein paar Minuten stieg ich an einer überfüllten Station fast direkt am Hauptplatz aus und stiefelte in dessen Richtung. Der Platz und die Straßen drum herum waren nur so mit Leuten verstopft, da gerade anscheinend eine Jubiläumsfeier einer militärischen Oberschule stattfand, zu der sich Vertreter dieser mit dem Präsidenten höchstpersönlich trafen. Während zunächst einige Soldaten zu Fuß und weitere hoch zu Ross begleitet von Marschmusik den Auftakt machten, kamen die Würdenträger und Offiziellen auf den Balkon herausgetreten und winkten der wartenden Menge zu. Nach einer kleinen Ansprache wurde dann noch die Nationalflagge über dem Präsidentenpalast gehisst und dazu die Nationalhymne gespielt – vom Band.

    Nach dieser doch netten Show, begab ich mich etwas orientierungslos zum nächstgelegenen Museum, zumindest hielt ich es fälschlicherweise zunächst dafür. Ich sah mir die Ausstellung im Parterre über die Weltpressefotos – allerdings vom vorletzten Jahr an – und entdeckte dann, dass ich statt wie gedacht im Stadtmuseum, in einem Gebäude der Universität gelandet war, in dem ein paar Hörsäle sowie die Stadtbibliothek untergebracht waren. Doch der Rundgang lohnte sich auf jeden Fall. Die schöne klassizistische Fassade fand sich auch in den restaurierten Innenhöfen wieder und von der Dachterrasse konnte man die benachbarte Kirche gut überblicken sowie das rege Treiben auf der Straße.

    Danach lief ich ziellos durch die Straßen und verglich stets die angegebene Nummer auf der Karte mit dem Namen und der dazugehörigen Ubication. Leider stand ich häufig vor verschlossenen Toren, denn es war Montag, ein auch bei uns nicht ganz unbekannter Ruhetag für Museumsgegenstände…

    So ging ich gegen Mittag erst einmal etwas Essen und stöberte danach noch ein bisschen durch die Straßen, suchte aber nicht mehr bestimmtes. Ich ging schließlich ins Internetcafé wie ich es schon so häufig getan hatte, wenn mir nichts Besseres eingefallen war. Dort rief ich dann bei meinen Gastgebern an, die aber noch nicht daheim waren, weshalb ich mich dann noch für die nächsten Stunden im Netz rumtrieb und schliesslich gegen sechs zum Hostal zurückkehrte.

    Angekommen versuchte ich es abermals per Telefon und erreichte endlich jemanden. Mit einer ausführlichen Ortsbeschreibung machte ich mich auf den Weg und fand mich außergewöhnlich gut und schnell zurecht.

    Nach gut einer und einer halben Stunde kam ich schließlich beim Haus, in einer der zahlreichen gated-communities am Stadtrand, an.

    Ich wurde sehr nett empfangen und ich fühlte mich gleich sehr wohl, so dass eigentlich alles von Anfang an positiv verlief, was wahrscheinlich auch daran lag, dass alle – mal die Hausangestellte ausgenommen – deutsch sprachen.

    Die Woche in Quito verging eigentlich wie im Flug, denn am Vormittag ging ich meistens nach Quito, um mir die Stadt anzusehen oder auch interessante andere Plätze zu besuchen und am Nachmittag chattete ich mit Freunden oder ging mit einem Sohn zu seinen Freunden, die zwar zum großen Teil einen für mich ziemlich intensiven „Pflanzenkonsum“ pflegten, mit denen es aber doch sehr lustig war.

    Ansonsten ging ich tatsächlich am Freitagabend zusammen mit der Zwillingsschwester – des oben genannten – und ihren Freunden aus dem Colegio Alemán tanzen und hatte doch ziemlich viel Spaß, wenn die Klientel doch ungleich ruhiger und zurückhaltender war.

    Am Samstagvormittag besuchte ich dann noch „mitad del mundo“, den Ort an dem der Äquator, der Ecuador seinen Namen gibt, vorbeiläuft. Allerdings haben sich die Erbauer, ein paar Franzmänner, um knapp 180 m verrechnet, so dass die Linie nicht ganz richtig liegt, was aber kaum einen der zahlreichen Touristen stört. Auch ich ließ von mir das obligatorische Foto mit einem Bein auf der Südhalbkugel und dem anderen auf der Nordhälfte machen. Das Monument an sich ist nicht weiter interessant, auch wenn es eine schöne Kupferweltkugel auf seiner Spitze trägt. Das interessante verbirgt sich für weitere 3 Dollar – neben den 2 Dollar Eintritt für den Park – im Inneren des Turms. Dort drin befindet sich ein Museum für Ethnologie und zeigt die unterschiedlichen Ethnischen Gruppierungen Ecuadors, erklärt ihre Traditionen sowie ihren Lebensraum. Ein Rundgang, der sich auf jeden Fall gelohnt hat, zumal von oben eine schöne Aussicht auf die beiden sich im Wappen von Ecuador befindlichen Berge hat.

    Den Sonntag verbrachte ich dann mit Recherchen zu einem möglichen Studienplatz, was auch das einzige war, das man bei dem schlechten Wetter, das draußen herrschte, hatte machen können. Am Montag ging ich erst noch einmal auf Shoppingtour auf den Kunsthandwerksmarkt und kaufte einige Dinge, danach ging ich noch zur Busgesellschaft und erstand ein Ticket für den Abendbus zur Grenze.

    Hatte ich mir die Zeit eigentlich gut überlegt, so dass ich keine großen Wartezeiten haben würde, lief doch alles wieder ganz anders. Denn ganze zwei Passagiere, nämlich Ich und noch ein anderer Touri hatten die Fahrt zur Grenze gebucht, so dass sie uns natürlich erst einmal eine halbe Stunde warten ließen und dann in den Bus kamen und Bescheid gaben, dass die Fahrt gestrichen sei und wir mit einem anderen Wagen unsere Reise antreten würden, der aber nicht direkt, sondern erst über ein paar Stationen zur Grenze gelangen würde.

    So etwas nennt man wohl professionelle Vorausplanung. Zumindest bekamen wir Sitzplätze… Fortsetzung folgt