¡Hola, hola!
Nachdem der gestrige Tag doch recht lang gewesen ist, von der Zeitspanne, die ich wach war, einmal ausgegangen, begann der heutige etwas später und zog sich hin wie ein eingetretenes Kaugummi unter der Schuhsohle.
Als ich gegen halb zehn aufwachte, war ich immer noch da, wo ich sieben Stunden zuvor mein Laptop beseite gelegt hatte, in meinem Bett. Dort blieb ich auch noch solange liegen bis ich sicher war, dass meine Gastgeschwister im Bad fertig waren. Dann duschte ich und ging zum Frühstück. Und auch diesen Morgen war es, genau: Müsli. Mein Gastvater gesellte sich dann auch zu mir und erzälte ein bisschen von der Hochzeitsfeier, von der sie gegen drei zurückgekommen waren. Ich hatte danach nichts zu tun, also ging ich in mein Zimmer und beantwortete ein paar Mails und einen comment, stöberte noch durch die Nachrichten und las hier und da etwas. Unterbrochen wurde das ganze von einem Intermezzo, beim dem ich half Möbel aus dem Wohnzimmer, das ja in den kommenden Wochen renoviert werden soll, in das Schlafzimmer meiner Gasteltern zu tragen. Postwendend konnte ich mich aber wieder youtube, wikipedia und google zu wenden. Nebenbei chattete ich eine bisschen. Gegen ein Uhr gab es dann schon wieder Mittag, was totaler Völlerei gleichkam, da ich ja erst um zehn gefrühstückt hatte. Ich aß also meine Empanada (gefüllte Blätterteigtasche) mit ein bisschen Salat und fühlte mich wie eine gemässtete Weihnachtsgans. Im Anschluss löste ich noch zwei Sudokus. Schließlich wurde ich von meiner Gastmutter gebeten, ein noch verpacktes Fahrrad, das ein Abonnementgeschenk der Tageszeitung gewesen war, auszupacken. Ich tat wie mir geheißen und watschelte danach wieder in mein Zimmer.
Während ich noch ein bisschen chattete und durch youtube stöberte, mir den fragwürdigen Auftritt von Nina Hagen bei Frau Maischberger sowie King Orgasmus im Gespräch mit Alice Schwarzer in einer anderen Sendung eben genannter ansah, merkte ich allmählich, wie dröge das ganze ist und entschied, lieber etwas Gescheites lesen zu gehen. Draußen schien einmal mehr die Sonne vom Himmel, als wäre es schon Sommer. Mittlerweile war mein Gastvater auch von seiner Fußballpartie wieder zurück und mähte nun die noch ausstehenden Rasenstücke rund um den Pool, weshalb ich wohl auch von den größten Niesattacken verschont blieb. Ich widmete mich also meiner Lektüre und lachte mal wieder herzahft über die Beschreibungen Jan Weilers zu seiner Deutschlandreise und stieß dann auch auf folgende, für einige Insider sehr interessante, Ironie:
(Bericht über eine Radiosendung zum Thema IQ, die er während einer Autofahrt hört.)
Wer einen IQ um die fünfundachtzig hat, gerät in die Nähe der Dummheit. Es geht aber noch weiter runter. Wer dümmer ist als dumm, ist ein Idiot (IQ vierundsiebzig), und wer selbst die niedrigste Testlatte reißt, muss damit leben, als schwachsinnig bezeichnet zu werden. Frage: Beleidigt man einen Idioten, indem man ihn schwachsinnig nennt? Oder umgekehrt: Ist es ein Lob für einen Schwachsinnigen, wenn er Idiot oder sogar Dummkopf geheißen wird?
Dazu kann ich nur sagen, dass ich vielleicht meinen Kommentar zum Niveau eines gewissen Blogs noch einmal überdenken muss. 
Nicht übel nehmen, wir machen doch alle nur Spaß …
Ich muss hier schließlich auch Vieles mit Humor nehmen, wenn die Blagen, damit sind meine Gastgeschwister auch nicht immer ausgenommen, nicht auf einen hören und man selbst zu Hause, wo man es ja eigentlich gewohnt ist, ernst genommen zu werden, nicht erhört und für voll genommen wird, ist das schon irgendwie demütigend. Aber, um es mal alá Loriot auszudrücken: “Na, wartet nur !” Denn wenn ich erst einmal Spanisch kann, werde ich derjenige sein, der zuletzt lacht.
Aber eigentlich tue ich das jetzt schon, wenn ich nämlich einmal mehr, wie heute beim Fensterwiedereinsetzen, Recht behalte. Mit dem Schritt in Richtung Fortschritt geht es dann morgen auch weiter. Endlich bekomme ich mal ordentlich zu tun und kann mich geistig betätigen. Morgens muss ich erstmal noch meinen Ausweis abholen, was auch für sich genommen, wieder eine spannende Sache ist und dann zum Sprachkurs. Und dann ist nicht nur für morgen sondern auch für die nächsten zwei Wochen ein bisschen Programm angesagt, so dass ich mich hoffentlich nicht unbedingt langweilen werde. Euch wünsche ich ebenfalls einen schönen Wochenbeginn und alles Gute, ¡Adíos!