¡Hola und grüß Gott!
Da heute einmal mehr einer dieser Tage war, die eigentlich nicht wirklich nach meinem Geschmack sind, wird der Großteil meines Eintrags heute nicht der Beschreibung meines Tagwerks gelten, sondern einem Tribut an meine Heimat(-stadt).
Nachdem mein Gastvater heute morgen gegen zwei alleine nach Hause kam, und Gott sei Dank, durch den Alarm mich aufweckte, hatte meine Mutter doch in ihrer grenzenlosen Weisheit die Türkette eingelegt, wurde ich prompt morgens auch nicht geweckt, so dass ich dann gegen kurz vor sieben erstaunt auf den Wecker starrte, aus dem Bett flüchtete und mich innerhalb von einer halben Stunde duschte, anzog und frühstückte.In der Schule war man dann geteilter Freude, einige euphorisch, andere ganz wie aus dem Mustopf fragten doch tatsächlich, ob ich krank gewesen sei. Also scheinbar werde ich in dieser Schule wirklich nicht gebraucht, zumindest ist die Informationspolitik unter aller Kanone. Ich widmete mich also wieder meiner Bastelarbeit und half zwischendurch bei allerlei Kleinigkeiten. Und so schafft man es dann Fünfeinhalb Stunden herumzubringen.
Heiß war es wieder, die Sonne schien unermüdlich. So ging ich mich am Nachmittag im Pool abkühlen. Danach brachte ich dann mein zweites Buch endlich einmal zu Ende, was mich auch zu einem gewissen Teil zu dem Thema des heutigen Beitrags inspirierte. Seit ein paar Wochen hatte ich mir häufiger vorgenommen das Buch von “Jan Weiler – In meinem kleinen Land” zu beenden und war doch nicht dazu gekommen.
Auf einer Liege genoss ich die immer noch sehr intensiven Sonnenstrahlen der Vorabendsonne und las mich durch die letzten Standorte seiner Lesereise, die unglaublich amüsant, anschaulich und mit herrlich kritischen Bemerkungen beschrieben ist, in der aber auch viele ernsthafte Themen angesprochen werden, die zum Nachdenken anregen. Ein Buch, das wegen Weilers direkter Schreibweise, der einfach zu lesenden Kapitelchen und seinem Humor einfach Spaß und Lust auf Deutschland macht. Dabei ging es dem Autor auch nicht darum, die regionalen Unterschiede in den Vordergrund zu stellen und gar einen Landesteil zu erheben. Ganz im Gegenteil, spricht er doch von einer Gemeinsamkeit der Deutschen, einer Mentalität, die wohlmöglich existiert, und dass man ruhig Deutschland als seine Heimat mögen kann, ohne gleich Nationalist oder Patriot zu sein. Das man keinen Stolz braucht, aber sich nicht schämen muss Deutscher zu sein, denn unser kleines Land hat, bei aller Bescheidenheit doch so einiges zu bieten und ein Großteil der Deutschen ist keineswegs so, wie viele denken. Ich glaube für alle, die an der Schönheit unseres Landes zweifeln und sich ständig grämen und sowieso für die, die sich nicht eine Rundreise leisten können, bietet diese Buch schönes Anschauungsmaterial und einen kleinen Einblick in die Seele Deutschlands und der Deutschen. Aber auch diejenigen, die gerne lesen und mal auf eine ganz andere Art eine Reise unternehmen wollen, kommen auf ihre Kosten und können das literarische Niveau genießen.
Ich schaue jetzt zumindest ein bisschen anders auf meine Heimat als vorher, zwar konnte ich nur wenige Vergleichspunkte im Buch ausmachen, da ich viel zu wenig von Deutschland kenne, aber ich bekam ein Gefühl für ein andere Sicht auf das Land, in dem ich geboren wurde. Auch wenn ich schon zuvor starke Zugehörigkeit zu meiner Heimat hatte, bestärkte mich dieses Buch nur darin, dass es keineswegs eine Unart ist, zu seiner Herkunft als Deutscher zu stehen. Und meine nächste Reise wird mich bestimmt erst einmal in nähere Gefilde als Südamerika führen …
Aber auch meine momentane Regionalverbundenheit wurde mir bewusst, als ich zur Lesereisestation “Passau” gelangte und natürlich gleich an meinen Kollegen fazzolo denken musste, der dort seinem Studium nachgeht, und tags zuvor einen Blog über “sein Berlin” gebracht hatte. Und ich kann ihm nur zustimmen.Ich bin gerne in Berlin und mittlerweile kenne ich schon so einige Ecken dieser Stadt, aber längst noch nicht alles. Auch wenn Berlin in der Entwicklung ein bisschen stagniert, hat es doch viel Geschichte zu bieten, die man im ganzen Lebensgefühl und im Berliner Alltag bemerken kann. Berlin ist Hauptstadt, hier versammeln sich Kulturen und leben miteinander, und wenn es Streit gibt, dann entsteht daraus etwas Neues und nicht ein Rückschritt. Selbst wenn es Abschnitte gibt, in denen es nicht so schön ist und Berlin manchmal wie eine ewige Baustelle wirkt, macht doch gerade das das Leben lebenswert und in welcher größeren Stadt, gibt es kein Probleme. In Berlin treffen Alt-Berliner-Mentalität und Neu-Berliner-Potential aufeinander und das macht die Stadt so spannend und reizvoll. Falls man einmal genug hat, ist es nicht weit in das ruhige Brandenburg, mit seinen Feldern, Seen und faszinierenden Landschaften. Und da ist es wieder das Heimatgefühl. Es gibt so viel zu entdecken und am Besten fängt man gleich damit an, denn Wissen ist Fortschritt und Stagnation ein Rückschritt.
Ich wünsche euch allen alles erdenklich Gute und danke. ¡Adíos!
Tage wie dieser oder die Heimat so nah
November 19, 2007 von unpocitosvs