¡Hola Alemania!
Die Wochen vergehen und bald ist mein zweiter Monat herum und erfüllt fühle ich mich nicht gerade. Alles ist zwar schön und gut, aber das war es auch. Würde man mein derzeitiges Leben in einen Quellcode übersetzen, dann sähe der nicht viel anders aus als der meines bisherigen. Abenteuer, neue Erfahrungen, besonderer Reiz sind Fehlanzeige, stattdessen ein standardisierter Alltag mit immer gleichen Abläufen. Wäre der da nicht die andere Sprache, könnte sich dieses Leben auch gut in Deutschland zutragen. Irgendwo zwischen Kiel und Garmisch…
Leider, muss man sagen, entspricht das dem jetzigen Zustand und ist keineswegs übertrieben. Auch wenn die Menschen lieb und nett sind, hat man doch nicht wirklich das Gefühl dazuzugehören. Angefangen von der Schule, in der ich jetzt zwar vermehrt versuche meinen Alltag selbst zu gestalten, aber so sehr ich mich auch bemühe und sicher Arbeiten verrichte, die notwendig sind, fühle ich mich doch nicht wirklich gebraucht, denn wie ich an meinem zweiten ersten Tag gemerkt habe, war meine Abwesenheit nicht allzu einschneidend. Kein Supergau und nichts…
Und das kann ich gar nicht leiden. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit Herz, und stellt sich die Situation dann so dar, dass meine Arbeit redundant ist, kann ich mich nur schlecht identifizieren. Ich sehe ein, dass ein funktionierendes System natürlich nicht zwingend eine weitere Betriebseinheit braucht, doch bin ich nun einmal da und ich möchte nicht nur Aushilfe sein. Zur Generation-Praktikum zähle ich mich nun nicht. Anders als viele wachse ich nicht an der Arbeit, sondern an dem Vertrauen, das in mich gesetzt wird. Mag es auch noch so abwegig sein, arbeite ich doch effizienter und besser, wenn mir die Menschen gleichwertig gegenübertreten. Dass diese Art häufig schwer mit den Anforderungen des Alltags kompatibel ist, habe ich schon oft genug gemerkt und es fällt gerade jetzt wieder auf mich zurück. Letztlich liegt es wieder an mir sich zu ändern, denn ich werde wohl keineswegs das System ändern können.
Positiv entwickelt sich hingegen das Verhältnis zu meine Gastmutter, auf deren Lebensweise und Verhalten ich bin immer besser einstellen kann. Bei uns liegt es wohl im Großen und Ganzen an der Kommunikation, denn im Gegensatz zu meinem Gastvater ist ihre Antizipation, was die Überbrückung der Sprachbarriere betrifft, nicht so ausgeprägt. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich gepflegte Sprachkultur der Bildersprache vorziehe. Aber das lässt sich ganz gut meistern. Schließlich muss ich nun nicht mehr unter Mangel leiden und kann mich selbst versorgen, wenn ich will. Trotzdem schaffen wir es immer besser Konversationen zu führen und man kommt schließlich immer auf einen Nenner.
Daher werde ich am Wochenende ‘mal versuchen die Fotos aus meinen ersten Tagen zu posten.
Aus meinem sonst zwar auch nicht brisanten Privatleben gibt es auch jetzt noch nichts weiter zu berichten. Gleichaltrige sind immer noch Mangelware und es sieht auch nicht danach aus als würde ich bald den großen Q landen. Nah vielleicht bleibt ihr mir wenigstens treu. Ich wünsch euch alles Gute, bleibt sauber
und bis dann. ¡Adíos!
Jung, tatkräftig, motiviert sucht…
November 20, 2007 von unpocitosvs