¡Hola amigos!
Ich lebe noch. Das ist vielleicht die Hauptsache. Einige habe ich ja schon ein wenig die Umstände der letzten Tage mitgeteilt, aber jetzt werde ich auch noch einmal für alle die letzten vier Tage Revue passieren lassen.
Alles begann mit meiner Abfahrt in Santiago, die fast pünktlich und reibungslos verlief. Was mich zunächst etwas irritierte, waren die vielen Stationen, an denen wir halt machten. So wurde mir natürlich bewusst, warum die Reise so lange dauern sollte. Es ging also über einige Station Richtung Norden. Und die Landschaft ist schon einmalig. Und sie veränderte sich je weiter wir nach Norden kamen. Als wir die fruchtbare Zentralregion verlassen hatten, fing die Wüste an. Und das ist schon eine atemberaubende Landschaft, die sich einem bietet, obgleich sie in Strassenähe oft eher einer öffentlichen Müllhalde gleicht. Am frühen Nachmittag erreichten fuhren wir dann an der Küste lang, was fast noch besser war mit dem Meer auf der einen und den Bergen auf der anderen Seite. Nachmittags erreichten wir dann La Serena, den vorerst letzten Küstenort. Von da aus ging es wieder durch die Wüste. Der herrliche Sonnenuntergang in der Wüste war dann ein bleibender Eindruck bevor es durch die stockdunkle und unwirkliche Landschaft weiterging. Da die Sitze für meine Körpergrösse nicht wirklich viel Platz zum schlafen boten, döste ich immer nur leicht und schlief nie wirklich fest. Als wir dann irgendwann stoppten und ich auf die Uhr sah war es drei Uhr morgens. Wir hielten schon eine Weile und immer mehr Leute verliessen den Bus. Irgendwann gegen halb vier entschlossen auch mein Sitznachbar und ich auszusteigen, um nachzusehen, warum einige Busse anhielten und wiederlosfuhren, wir aber blieben. Ausserdem war es schon etwas wunderlich, dass vor und hinter unserm Bus die Fahrer offentsichtlich ein Feuer als Signal angezündet hatten.
In der dunklen und kalten Wüste standen ein paar Fahrgäste und unterhielten sich. Zunächst dachte ich mir es wäre nur ein unplanmässiger Austausch von Passagieren, doch als ich dann hinter den Bus ging, um zu sehen, was los war, sah ich das die Motorklappe offenstand. Mit halben Ohr und so gut ich es verstehen konnte, hörte ich, wie der Fahrer zu einem der Fahrgäste sagte, dass vor sieben Uhr am Morgen keine Hilfe kommen würde. Daraus schloss ich, dass hier kein Austausch stattfand, sondern die Fahrgäste auf andere Busse verteilt wurden. Natürlich war das alle ein bisschen seltsam, denn niemand hatte ein Wort gesagt und eine Information über unsere Panne war auch nicht gekommen.
Ich sagte also noch freundlich wie ich bin, meinem Sitznachbarn Bescheid und schnappte mir dann meinen Rucksack. Zum Glück konnte ich schon in den nächsten Bus, der anhielt einsteigen und meine Reise fortsätzen.
Mit fünfstündiger Verspätung kam ich dann endlich gegen halb zwölf in Calama an. Allerdings war die Weiterfahrt nicht wirklich angenehm gewesen, da wir scheinbar mit einer qualitativ schlechteren Linie weitergefahren waren. Es roch jedesmal, wenn einer der Passagiere die Toilette benutzte ungefähr so wie an manchen Ecken am Bahnhof Zoo, zu dem spürte man jede noch so kleine Unebenheit auf der Strasse mit einem Schlag auf den Rücken. Letztlich kam ich aber doch fast heil in Calama an.
Calama eine Stadt, die wahrscheinlich so wie Wolfburg für den Autobau, nur aus dem Grund des Kupferbergbaus aufgebaut wurde. So kann man sich freilich vorstellen, wie nun die Stadt aussah.
Ich lernte diese Stadt aber eigentlich nur aus dem Grund kennen, da ich einer Fehlinformation erlegen war. Eigentlich wollte ich nämlich Bus oder Bahn nach Uyuni im Anschluss nehmen. Da ich aber nun zu spät gekommen war, war der letzte Bus bis Sonntag abgefahren und leider fahren auch keine Züge nach Uyuni zumindest in der nächstes Zeit nicht. So überlegte ich eine Weile, was ich machen sollte und entschloss mich dann ein Ticket nach Arica zu kaufen, um von dort weiter nach La Paz zu fahren.
So verbrachte ich teure 10 Stunden in Calama und fuhr am Abend nach Arica. Morgens unglaublicher Weise zu früh gegen halb sieben kamen wir in Arica an. Zum Glück muss ich sagen, denn einerseits fuhr ich mit dem gleichen Bus, der mich in der Wüste aufgenommen hatte – ja der mit der kaputten Toilette – und zu anderen konnte ich so ein Ticket nach La Paz ergattern.
Von Arica ging es dann um 8.00 Uhr weiter nach La Paz. Auf der Fahrt hatte das Unternehmen mich netter Weise neben einen anderen Extranjero platziert, der wie ich herausfand auch Deutscher war und mit dem ich mich ein bissche unterhalten konnte. Er gab mir ein paar wertvolle Tips und die Fahrt war so nur halb so langwierig. Aber auch wenn wir gerade nicht uns unterhielten, bot die Landschaft ein unglaubliches Bild. Zunächst ein abenteurliche Fahrt durch Sandwüste hinauf auf die Hochebene und dort durch das Altiplano zwischen Chile und Bolivien. Ich sag nur Lamas und Flamencos. Letztere eher selten dafür um so mehr Lamas. Eindruckvoll und fast unberührt eine schöne Gegend, in der man sich ein Bild von der diversifizierten Andenwelt machen kann. Gegen Nachmittag kamen wir dann in La Paz an und durch Glück stellte ich Kontakt zu einem Freund eines Freundes meiner Familie her…
Jetzt bin ich schon den zweiten Tag in La Paz und habe schon einen kleinen überblick über die Stadt. Einige Orte will ich aber noch besuchen in den ´nächsten Tagen bevor es weitergeht.
Ich wünsche euch alles Gute bis dann. Aloha und Ahoi…